Freitag, 5. Januar 2018

Wie Konsumenten von Lebensmittel-Unternehmern mit diesen 7 dreisten Lebensmittellügen getäuscht werden? - Hygieneschulung-Hygiene-Netzwerk

Was ist in den Produkten tatsächlich enthalten?
Die Lebensmittelindustrie bewegt sich auf einem schmalen Grat, was ihre Produktinformationen angeht. Unternehmen lassen durch fehlerhafte Informationen und unklare Begrifflichkeiten ihre Verbraucher oft Unwahrheiten über Herkunft, Verarbeitungsweise oder Produktinhalt glauben, ohne sich dabei aus dem legalen Bereich heraus zu bewegen.
Erst durch einen Blick auf das Kleingedruckte kann man die Wahrheit über das Produkt vernehmen. 
Doch kaum jemand macht sich wirklich die Mühe, den ganzen Text auf der Verpackung zu lesen. Solange nutzt die Industrie weiterhin ihre kleinen legalen Tricks, um sich selbst auf die Sprünge zu helfen. 

1. Keine Erdbeeren im Erdbeerjoghurt

Erdbeerjoghurt hat leider sehr wenig mit echten Erdbeeren zu tun. Mit Paradeisern und Sägespäne sieht das schon anders aus, denn davon ist wesentlich mehr im Joghurt enthalten als Erdbeeren, von denen tatsächlich nur bis zu einem Prozent im Joghurt sind, damit sich dieser auch Erdbeerjoghurt nennen darf. Es gibt auf der ganzen Welt nicht so viele Erdbeeren, um jedes Joghurt am Markt damit zu befüllen, weswegen etwas anderes herhalten muss. In diesem Fall sind das dann eben Paradeiser und Sägespäne, aus denen mithilfe von Mikroorganismen Erdbeeraroma gewonnen wird.

2. Schwein in Putensalami

Wer sich in der Feinkostabteilung ein Brötchen mit Putensalami holt, um kein Schweinefleisch zu essen, wird schnell enttäuscht. Leider ist es sehr oft der Fall, dass der Name mit dem tatsächlichen Inhalt nicht übereinstimmt. Das kommt daher, dass Putenfett im Gegensatz zu anderen Fettsorten schneller flüssig wird und das schon bei niedrigen Temperaturen. Demzufolge wird Schweinefett oder -speck verwendet, damit die richtige Konsistenz erreicht wird. Dies verbessert zusätzlich den Geschmack und ist in Österreich auch vollkommen legal, solange diese zwei Regeln  eingehalten werden: Laut dem Österreichischen Lebensmittelbuch darf erstens der Anteil an Speck nicht über 30 Prozent liegen und muss zweitens in der Zutatenliste ausgeschrieben sein.

3. Importierte Lebensmittel zu heimischen Lebensmitteln gemacht

Wir bevorzugen regionale Produkte, weil diese wohl gesünder sind und wir die Umwelt weniger belasten wollen. Beispielsweise kaufen wir ein bestimmtes Schweinefleisch, weil auf der Verpackung steht, dass es aus Österreich kommt und haben am Ende doch ein Schnitzel aus Deutschland auf unseren Tellern. Das ist auch gar nicht so schwer, denn sobald das Tier in Österreich aufgezogen und geschlachtet wurde, darf es auch als österreichisches Produkt verkauft werden. Wo es wirklich herkommt bzw. geboren wurde, spielt dabei keine Rolle. Betroffen von dieser Regelung sind Geflügel-, Schafs-, Schweine- und Ziegenfleisch, bei Kalbs- und Rindfleisch hingegen muss bis dato auch das Geburtsland angegeben werden.

4. Keine Bananen in Schokobananen

Der Appetit auf leckere Schokobananen vergeht einem sehr schnell, wenn man erst einmal weiß, durch was diese "Banane" ihren Geschmack bekommt. Die Kult-Nascherei hat nämlich nur sehr wenig mit echten Bananen zu tun. Was den meisten jedoch nicht bewusst ist: Den typischen Geschmack enthält die Schokobanane aus einer Mischung von Alkohol, Essig- und Schwefelsäure. Nicht unbedingt das, was man gerne essen möchte.

5. Irreführende Kennzeichnungen

Scheinbar wollen die Hersteller ihre Verbraucher absichtlich verwirren. Am Beispiel des Erdbeerjoghurts konnte man sehen, dass dieser trotz der Aufschrift "Erdbeeraroma" noch längst keine Erdbeere beinhalten muss, sondern lediglich aus Sägespänen gewonnenes Aroma den gewünschten Geschmack bringt. Sobald auf der Verpackung "natürliches Aroma" steht, kann man zwar davon ausgehen, dass es natürlich ist, aber nicht gleichzeitig auch aus Erdbeeren hergestellt wurde. Nur der Ausgansstoff muss dabei tierischen oder pflanzlichen Ursprungs sein. Auch bei der Bezeichnung "ohne künstliche Aromastoffe" wird  nur ausgesagt, dass stattdessen natürliche Aromen legitim sind. Und steht auf dem Kirschjoghurt außerdem "ohne Farbstoffe" muss die rötliche Farbe nicht unbedingt von den reifen Früchten stammen. Oftmals wurde an dieser Stelle Rote-Rüben-Saft verwendet, um die schöne Farbe zu erreichen.

6. Kein geräucherter Räucherschinken

Was glauben Sie, wie der Räucherschinken seine unverkennbare Note bekommt? Durch wochenlanges Abhängen in der Räucherkammer tut er es gegen jede Erwartung jedenfalls nicht, sondern lediglich durch Aufsprühen. Statt dem Schinken seine Zeit für das Reifen zu geben, wird Flüssigrauch aus Holzkohle oder das Verbrennen von Spänen gewonnen. Dieser kann dann ganz einfach aufgesprüht werden, ohne langes Warten. Mit der Bezeichnung "Raucharoma" wird schon auf die entsprechende Vorgehensweise hingewiesen.

7. Steirisches Kürbiskernöl

Der Verbraucherschutz in Österreich führte einen Test durch, der die Aufmerksamkeit aller Liebhaber von Kürbiskernöl weckte. Nur 13 von 30 getesteten Produkten enthielten Kürbiskerne, die auch wirklich aus Österreich stammten. In 11 Fällen kamen sie aus Russland, in 6 weiteren Fällen aus China. Legal ist das dennoch, weil die Herkunft der Kerne nicht angegeben muss. Sollte aber auf einem Produkt beispielsweise "Steirisches Kürbiskernöl" stehen, dann müssen die Kerne tatsächlich aus der Steiermark, dem Südburgenland oder aus Teilen Niederösterreichs kommen. Wenn nur ein Bild der Steiermark erscheint oder "erste Pressung aus Österreich" zu lesen ist, heißt das laut den Verbraucherschützern nicht, dass dort heimische Kürbiskerne verwendet wurden.

Personalschulungen und Hygieneschulungen: HACCP, Infektionsschutzgesetz und vieles mehr

Diese und weitere Themen werden in den verschiedenen Schulungsangeboten der Hygiene-Netzwerk Akademie erklärt. Hier finden Sie das aktuelle Schulungsprogramm >>>

Samstag, 23. Dezember 2017

Hygieneschulung-Hygiene-Netzwerk: Rohmilch aus Zapfautomaten - hohe Keimbelastung

Milch-ab-Hof-Zapfautomaten sind ein neuer Trend, bei denen sich die Verbraucher ihre Milch direkt beim Erzeugungsbetrieb abfüllen können. Diese Möglichkeit an Rohmilch zu gelangen wird immer beliebter, jedoch teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nun am 28.11.2017 in Berlin im Rahmen seiner Pressekonferenz mit, dass die beliebte Rohmilch eine hohe Keimbelastung hat. 
Insgesamt wurden 304 Untersuchungen von Rohmilch-Proben im Rahmen des Bundesweiten Überwachungsplans 2016 durchgeführt, bei denen 19 Prozent, also 58 Proben, die Gesamtkeimzahl bei über 105 KbE/ml lag.
Dazu kommt, dass verschiedene Krankheitserreger in den Proben gefunden wurden, wie beispielsweise in 4 Prozent der Proben Listerien, in 3 Prozent Campylobacter und in 2 Prozent E. Coli.
Um das potentielle Gesundheitsrisiko zu verkleinern, sollte die Rohmilch unbedingt vor dem Verzehr abgekocht werden und auch die Betriebe sind laut Gesetz dazu verpflichtet, an der Abgabestelle den Hinweis "Rohmilch. Vor dem Verzehr abkochen" gut lesbar für die Kunden zu befestigen. 
Rohmilch ist ein empfindliches Lebensmittel und dadurch, dass sie unmittelbar vom Tier im Stall entnommen wird, kann sie mit Krankheitserregern verunreinigt sein, die auch vom Tier auf den Menschen übertragbar sein können. 
Deswegen kann der Konsum von Rohmilch auch gesundheitliche Konsequenzen für den Menschen haben. Wenn man Rohmilch kauft, sollte man also immer auf die Hinweise an den Abgabestellen schauen und die Milch abkochen.
Weitere Schulungsthemen für Mitarbeiter finden Sie hier >>> www.hygiene-netzwerk.de/akademie

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Hygieneschulung-Hygiene-Netzwerk: Kalorien müssen in US-Restaurants zukünftig angegeben werden

Der Kaloriengehalt von Lebensmitteln muss zukünftig von Restaurants in Amerika angegeben werden, um Adipositas zu bekämpfen:

Die US-Nahrungsmittelbehörde FDA teilte mit, dass es ab Mai 2018 eine neue Regulierung geben wird, durch die viele Restaurants den Kaloriengehalt ihrer angebotenen Gerichte auf den Speisekarten angeben müssen. Diese Regulierung soll verhindern, dass das Problem des Übergewichts in der US-Bevölkerung nicht weiterhin wächst. Dies wurde schon unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama beschlossen. Allerdings konnten einschlägige Studien noch nicht beweisen, dass tatsächlich weniger stark kalorienhaltige Lebensmittel konsumiert werden, wenn die Verbraucher darüber aufgeklärt sind.

Kalorien müssen jedoch nicht nur Restaurants ihn ihren Speisekarten angeben, sondern zukünftig auch Supermärkte bei frisch zubereiteten Lebensmitteln, Tankstellen mit gastronomischen Angeboten und alle Zustelldienste, die Fertiggerichte zu dem Kunden nach Hause liefern.
Des Weiteren davon betroffen sind Vergnügungsparks, Verkaufsautomaten und Kettenrestaurants mit mehr als zwanzig Verkaufspunkten. Zwar sind Mixgetränke in Bars von dieser Vorschrift ausgeschlossen, jedoch muss die Kalorienzahl der alkoholischen Getränke in den Speisekarten auch aufgelistet sein.

Leben retten durch bewusste Ernährung

Bisher konnte man nicht genau sagen, ob sich die Regulierung zu den Kalorienangaben tatsächlich durchsetzen wird, da mit dem neuen Präsidenten Donald Trump viele Entscheidungen hinfällig waren, die Barack Obama noch während seiner Präsidialzeit traf. Einige große Gastronomie-Ketten hatten sich zwar schon dazu entschieden, Kalorienangaben zu machen, aber dennoch versuchten andere Unternehmen diese Vorschriften zu verhindern.
Wie das Food Marketing Institute prophezeit, werden Lebensmittelgeschäfte und Supermärkte wohl in Zukunft weniger frisch zubereitete Nahrungsmittel anbieten. Dabei ist die Tendenz steigend, dass immer mehr Menschen ein Bewusstsein für ihre Ernährung entwickeln und auf ihre Gesundheit achten, so ein Behördenvertreter der FDA. Wenn ihnen nun noch die Möglichkeit geboten wird, sich besser darüber informieren zu können, was sie konsumieren, kann das ihre Lebensqualität auf Dauer verbessern. Die FDA gab genaue Richtlinien dazu heraus, wo und wie die Angaben zu den Kalorien zu machen sind.

Kommt die Kennzeichnung von Kaloriengehalten in Speisen und Getränken auch auf Europa zu?
Kritiker sagen, dass dies in der Praxis der Tod der regionalen, frischen und gesunden Küche sei.
In den vielfältigen Speisenangeboten der Gastronomie sind die Portionen nie gleich, wenn frisch gekocht wird. Dementsprechend müsste jede einzelne Portion genormt sein, was die Menschen nicht wollen. In den USA hingegen ist dies leichter möglich, weil die Mengenangaben in den Fast-Food-Lokalen immer gleich sind und die Gastronomie hauptsächlich aus diesen Restaurant-Ketten besteht.
Bereits 2014 gab es jedoch Pläne hierzu im Zuge der Umsetzung der Lebensmittel-Informationsverordnung, wegen der schweren Umsetzbarkeit ist der Plan, Angaben zu den Kalorien in der Gastronomie zu machen, jedoch gescheitert.
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Montag, 18. Dezember 2017

Hygieneschulung-Hygiene-Netzwerk: Allergenkennzeichnung in der Gastronomie – das funktioniert noch lange nicht wie vorgesehen!

Allergenkennzeichnung in der Branche derzeit mangelhaft
Zu wenige Gastronomen halten die Kennzeichnungspflicht für allergene Inhaltstoffe ein. 
Dies ergab eine Überprüfung in der Hamburger Innenstadt von insgesamt 38 Restaurants, bei denen die Kennzeichnung der Allergene auf den Speisekarten getestet wurde. Bei über der Hälfte, nämlich in 21 Gaststätten, wurde nicht genügend darüber informiert. Bei 15 anderen war zu sehen, dass sich diese glücklicherweise gut oder sehr gut an die Vorschriften halten.

Allergenkennzeichnung in der Gastronomie - Das Resultat der Überprüfungen:

Zum ersten ist zu vermerken, dass eine Einheitlichkeit der Kennzeichnungen nicht vorhanden war. In jedem Restaurant fielen die Kennzeichnungen anders aus. Sowohl vollständige als auch unvollständige Allergenkarten waren zu sehen, darunter wurden Zusatzstoffe oder andere Bestandteile von Lebensmitteln vermischt.
Zum Beispiel fand man in einem der untersuchten Restaurants eine Karte, bei der einfach alle Allergene aufgelistet waren, aber der Bezug zu den Gerichten fehlte.
Das zweite Problem war das der Falschinformation, denn das angestellte Personal in den Gaststätten konnte meistens keine genauen Auskünfte über Allergene in den Gerichten geben. Besonders dann nicht, wenn der Koch oder der Geschäftsführer nicht in der Nähe waren.
Der Hamburger Hotel- und Gaststättenverband macht seine Mitarbeiter auch nur auf die mündliche Auskunftspflicht aufmerksam, wobei eine schriftliche Auskunftspflicht in der Speisekarte oder extra auf einer Karte verpflichtend ist. 
Des Weiteren konnte man erkennen, dass die meisten Restaurants den Ernst der Lage nicht wahrnehmen. Beispielsweise gingen 14 Gaststätten gar nicht darauf ein, als ihnen mitgeteilt wurde, dass die Allergenkennzeichnung zu verbessern ist.

Allergenkennzeichnung: Höchste Zeit für mehr Kontrollen und Bußgelder

Allergenkennzeichnung mit der Allergenfibel einfach in der Umsetzung
Allergenkennzeichnung
Schon seit 2014 ist es laut einem europaweit gültigen Gesetz für Gastwirte verpflichtend, die Gerichte so auszuschreiben, dass Menschen mit einer Allergie auf die möglichen Allergene hingewiesen werden. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund e.V. ist ebenfalls der Meinung, dass es für Allergiker lebensnotwenig ist, die Allergene ordnungsgemäß zu kennzeichnen. Dennoch ist die Umsetzung dieser Verpflichtungen unzureichend und wird oft nicht ernst genommen. Da aber immer mehr Menschen an Allergien leiden und die Zahl der Unverträglichkeiten steigt, ist das nicht mehr zu verantworten.

Die 14 wichtigsten Allergene sollten überall gekennzeichnet vorzufinden sein, was leider immer noch nicht überall der Fall ist. 
Gäste mit Allergien müssen auch heute noch mühsam nach Informationen suchen und werden dabei oft gar nicht fündig.
Die rechtlich verbindlichen Vorgaben müssen zukünftig besser beachtet werden und von der Lebensmittelüberwachung geprüft werden. Bei Verstößen gegen die Gesetze sind in Zukunft Bußgelder verstärkt zu erwarten.

Hier finden Sie alles zur Kennzeichnung der Allergene in der Gastronomie:


 ✓ Allergenfibel >>
 ✓ Allergensymbolik >>>
 ✓ Leitfaden zur Allergenkennzeichnung >>>

Sonntag, 17. Dezember 2017

Hygieneschulung-Hygiene-Netzwerk: Abmahnung gelungen - Richtige Herstellung / Kennzeichnung von Fisch-Filetspitzen

Der Anbieter von "Netto Marken-Discount AG & Co. KG" wurde mit Erfolg von der Organisation der Verbraucherzentrale Hessen abgemahnt, da dessen Produkt nicht dem entsprach, was es darstellte.
Dabei handelte es sich um die "Seagold Seelachs Filetspitzen", die beim ersten Blick auf die Verpackung besonders hochwertig zu sein schienen. Ein abgebildetes weißes Fischfilet und ein gutklingender Name erwecken hohe Erwartungen, die jedoch schnell verschwinden, wenn man sich das Kleingedruckte auf der Seite durchliest.
Denn in Wirklichkeit handelt es sich um nicht mehr als eine "Seelachszubereitung aus Fischstücken zusammengefügt, in Filetform gefertigt, praktisch grätenfrei, paniert, tiefgefroren".
Schaut man bei der Seelachszubereitung genauer auf die Zutatenliste, stellt man fest, dass diese aus 82 Prozent Seelachs und Kartoffelstärke und 18 Prozent Panade besteht.
Aufmachung und Produktname dürfen nicht irreführend sein
Über dieses Produkt beschwerten sich mehrere Verbraucher, da ihre Erwartungen im Vergleich zur Kennzeichnung laut Verpackung enttäuscht wurden. Die Verbraucherschützer der Verbraucherzentrale Hessen gingen der Sache nach.
In der EU-Lebensmittelverordnung ist es vorgeschrieben, dass die Angaben und Werbung eines Produktes nicht für den Verbraucher täuschend sein dürfen. Wie ein Fischfilet beschaffen sein sollte, ist in den Leitsätzen für Fisch vorgeschrieben.
Die bereits produzierten "Filetspitzen" von Netto dürfen noch bis Februar 2018 verkauft werden, jedoch hat Netto bereits die Unterlassungserklärung unterschrieben.
Damit verpflichtet sich der Konzern, das Produkt nicht länger als "Filetspitzen" zu deklarieren, wenn es sich dabei nur um eine aus Fischstücken zusammengesetzte Seelachszubereitung aus Kartoffelstärke und Seelachs handelt.
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Freitag, 15. Dezember 2017

Hygieneschulung-Hygiene-Netzwerk – Verbietet die EU die Herstellung von Döner?

Laut aktuellen Meldungen steht der Gebrauch von Phosphat in Döner Kebab massiv auf der Kippe. Für große Unruhe in der Lebensmittelwirtschaft, insbesondere in der „Döner-Branche“ sorgt das Votum des für das Lebensmittelrecht zuständigen Umweltausschusses des Europäischen Parlaments vom 28.11.2017. 
Bei einer Abstimmung stimmte eine Mehrheit von Ausschussmitgliedern für einen von dänischen Sozialisten und belgischen Grünen vorgelegten Entschließungsantrag gegen eine Verwendung von Phosphat in der Döner-Produktion.
Die im sogenannten „Regelverfahren mit Kontrolle“ ausgearbeitete „Verordnung der Kommission zur Änderung des Anhangs II der Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der Verwendung von Phosphorsäure – Phosphaten – Di-, Tri- und Polyphosphaten (E 338-452) in gefrorenen vertikalen Fleischspießen“.
Der neue Verordnungsentwurf sieht bei der Döner-Herstellung vor, Phosphate in rohen Dönerdrehspießen zuzulassen, um eine bestehende Gesetzeslücke zu schließen.
Bei erhitzten Döner-Spießen sind Phosphate nämlich bereits zugelassen.

Der Entschließungsantrag macht Gesundheitsgefahren des Gebrauchs von Phosphaten in Lebensmitteln geltend - siehe hierzu die Presseerklärung des Europäischen Parlaments.
 
Es gibt jedoch noch Hoffnung. Eine Entscheidung ist mit dem Votum des Ausschusses noch nicht getroffen. Gemäß dem für die Kontrollrechte des Europäischen Parlaments maßgeblichen Art. 5a Abs. 3 lit. b) und c) des Ratsbeschlusses 1999/498/EG und Art. 106 der Geschäftsordnung des Europäischen Parlaments ist die absolute Mehrheit von Abgeordneten erforderlich, um der Kommission die Annahme des Rechtsaktes zu verweigern.
In der Woche vom 11.-14.12.2017 muss in der Plenarsitzung das Europäische Parlament deshalb zustimmen – hier bleibt abzuwarten, ob sich 376 oder mehr der Abgeordneten der Meinung des Umweltausschusses anschließen.

Selbst wenn ein entsprechendes Votum des gesamten Parlaments zustande käme, so bliebe ein entsprechender Beschluss angreifbar, sagen Fachanwälte.
Es bleibt also spannend, wie es mit einem der am häufigsten verzehrten Lebensmittel in der EU weitergeht.


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Montag, 11. Dezember 2017

Hygieneschulung-Hygiene-Netzwerk: Ab dem 01.01.2018 strengere Kontrollen in Bayern?

Eine neue überregional tätige Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen beginnt am 01.01.2018 ihre Arbeit.

Das bayerische Gesetz zur Reform der staatlichen Veterinärverwaltung und Lebensmittelüberwachung ist zum 01.08.2017 in Kraft getreten. Die bayerische Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen ist mit Hauptsitz in Kulmbach und einer weiteren Dienststelle in Erding eingerichtet worden.
Zum 01.08.2017ist die bayerische Verordnung über den gesundheitlichen Verbraucherschutz (Gesundheitlicher Verbraucherschutz-Verordnung (GesVSV)) seitens des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz verabschiedet worden.
Die neue Kontrollbehörde ist statt der Kreisverwaltungsbehörden ab dem 01.01.2018 zuständige Behörde für die Kontroll- und Vollzugsaufgaben der Veterinär- und Lebensmittelüberwachung in überregional tätigen Betrieben, die Lebensmittel herstellen und hierfür einer Zulassung nach der Verordnung (EG) Nr. 853/2004 oder nach der Verordnung (EU) Nr. 210/2013 bedürfen, also für alle Betrieb mit einer sogenannten EU-Zulassung.
Ein Betrieb ist gem. § 9 Abs. 3 GesVSV überregional tätig, wenn er dafür ausgelegt ist, stetig ein Gebiet mit mindestens 1,5 Millionen Einwohnern direkt oder indirekt als wesentlicher Marktteilnehmer zu versorgen. Weitere überregional tätige Betriebe, die künftig eine Zuständigkeit der neuen Bayerischen Kontrollbehörde begründen können, sind in § 9 GesVSV aufgezählt.

Kontrolliert werden sollen insbesondere überregional tätige Betriebe, die einer der folgen-
den Betriebskategorien angehören:


a) Hersteller von Lebensmitteln für Säuglinge und Kleinkinder,

b) Hersteller von Lebensmitteln für besondere medizinische Zwecke,

c) Hersteller von Lebensmittelzusatzstoffen,

d) Hersteller von Industriegasen als Lebensmittelzusatzstoffe,

e) Hersteller von Aromen oder Enzymen,

f) Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln,

g) Getreidemühlen und Hersteller von Getreideprodukten einschließlich
    Backvormischungen,

h) Hersteller von kosmetischen Mitteln einschließlich Tätowiermitteln,

i) Hersteller von Lebensmittelverpackungen mit Lebensmittelkontakt,

j) Eierpackstellen,

k) Bäckereien,

l) Abpacker von Tee und teeähnlichen Erzeugnissen,

m) Mälzereien,

n) Ölmühlen und ölsamenverarbeitende Betriebe,

o) Zuckerhersteller und

p) Gewürzmühlen und Hersteller von Gewürzzubereitungen sowie

Anlagen zum Halten oder zur Aufzucht von Geflügel nach Anhang

Es ist noch dieses Jahr damit zu rechnen, dass feststellende Verwaltungsakte gegenüber den betroffenen Betrieben ergehen, so dass die Überwachungszuständigkeit ab dem 01.01.2018 bei der neuen Spezialbehörde für die Kontrolle komplexer Betriebe liegt.

Weitere Informationen zu der neuen Bayerischen Kontrollbehörde finden sich auf der Internetseite www.kblv.bayern.de.
 
Betroffene Betriebe sollten bereits jetzt klären, welche Folgen die neue Zuständigkeit hat und welche betrieblichen Maßnahmen ggf. zu ergreifen sind (bspw. Vorbereitung mit unseren speziellen Hygiene-Audits, Hygienechecks mit Probenahme, Überprüfung ihres Haccp-Konzeptes, etc.).

Warten Sie nicht auf die Kontrolle, rufen Sie uns heute noch an.
Kostenlose Info-Hotline: 08000/764539  

Weitere Infos zu schulungsrelavanten Hygienethemen finden Sie hier >>> www.hygiene-netzwerk.de/akademie